Thomas Reinshagen

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Kunst beleihen: Kunstdarlehen und Kunstleasing

Liquidität aus der Sammlung, ohne sie zu verkaufen. Anbieterunabhängig und diskret, in Zürich.

„Liquidität entsteht aus Struktur, nicht aus Verkauf. Wer strukturiert, behält die Substanz und gewinnt Spielraum.“

Zwei Personen stehen vor Picassos Les Demoiselles d'Avignon, einem kubistischen Gemälde mit fünf abstrakten Figuren, und diskutieren über Kunstschätzung und Kunstbewertung, während sie die kühnen Formen und gedämpften Farben an der Museumswand bewundern.

Wann ein Kunstdarlehen oder Kunstleasing wirklich Sinn ergibt

Beide Modelle lösen unterschiedliche Probleme. Sinnvoll werden sie meistens in einer dieser Situationen:

  • Sie brauchen Liquidität, ohne ein Werk zu verkaufen. Klassischer Fall für ein Kunstdarlehen: Die Sammlung dient als Sicherheit, Sie bekommen Kapital für eine Investition, eine Steuerzahlung, eine andere Vermögensentscheidung. Das Werk bleibt in Ihrem Eigentum.
  • Ein Marktzyklus passt gerade nicht. Verkaufen würde im aktuellen Marktumfeld Wert vernichten. Ein Darlehen überbrückt die Phase, das Werk wird später zum besseren Zeitpunkt veräußert oder behalten.
  • Sie wollen Kapital binden, nicht entziehen. Mehrere Vermögensbestandteile brauchen Investitionskapital. Statt Sammlung aufzulösen, lassen Sie sie arbeiten.
  • Ein Unternehmen will Kunst zeigen, ohne Eigentum aufzubauen. Klassischer Fall für Kunstleasing: Office-Art, Empfangsbereiche, Repräsentationsräume. Werke werden für eine definierte Laufzeit gemietet, am Ende zurückgegeben, gewechselt oder gekauft.
  • Bilanzielle oder steuerliche Strukturierung. Ein Leasing-Modell wird gegenüber einem Erwerb bevorzugt, wenn die steuerliche oder bilanzielle Behandlung das nahelegt. Hier arbeiten wir eng mit Ihrem Steuerberater oder Treuhänder zusammen.
  • Sammlungs-Rotation für private Sammler. Manche Sammler wollen Werke regelmäßig wechseln, ohne immer zu kaufen. Leasing erlaubt das, mit klar geregelten Wechsel-Optionen.

Was Kunstdarlehen und Kunstleasing voneinander unterscheidet

Die beiden Modelle werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber unterschiedliche Werkzeuge mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Aspekt

Kunstdarlehen (Art Lending)

Kunstleasing

Eigentum

Bleibt bei Ihnen. Das Werk dient nur als Sicherheit

Liegt beim Leasinggeber. Sie nutzen das Werk gegen monatliche Rate

Zweck

Liquiditätsbeschaffung

Nutzung ohne Kaufverpflichtung

Werk-Standort

Bleibt bei Ihnen oder in einem Zollfrei-Lager (je nach Bank)

Wird von Ihnen genutzt (Büro, Wohnung), bleibt aber Eigentum des Leasinggebers

Laufzeit

Üblich 12 Monate bis 5 Jahre, verlängerbar

24 bis 60 Monate, mit Verlängerungs- oder Buy-out-Option

Kosten

Zinsen auf den Darlehensbetrag, Bewertungsgebühren, Lagerkosten

Monatliche Leasingrate, ggf. Schlusszahlung bei Buy-out

Steuerliche Behandlung

Zinsen typischerweise abzugsfähig, Steuerwert des Werkes bleibt bei Ihnen

Leasingrate je nach Modell als Betriebsausgabe oder Aufwand absetzbar

Risiko bei Wertverfall

Liegt bei Ihnen (Werk gehört Ihnen). Bank verlangt ggf. Nachschuss.

Liegt beim Leasinggeber

Aspekt

Kunstdarlehen (Art Lending)

Eigentum

Bleibt bei Ihnen. Das Werk dient nur als Sicherheit

Zweck

Liquiditätsbeschaffung

Werk-Standort

Bleibt bei Ihnen oder in einem Zollfrei-Lager (je nach Bank)

Laufzeit

Üblich 12 Monate bis 5 Jahre, verlängerbar

Kosten

Zinsen auf den Darlehensbetrag, Bewertungsgebühren, Lagerkosten

Steuerliche Behandlung

Zinsen typischerweise abzugsfähig, Steuerwert des Werkes bleibt bei Ihnen

Risiko bei Wertverfall

Liegt bei Ihnen (Werk gehört Ihnen). Bank verlangt ggf. Nachschuss.

Aspekt

Kunstleasing

Eigentum

Liegt beim Leasinggeber. Sie nutzen das Werk gegen monatliche Rate

Zweck

Nutzung ohne Kaufverpflichtung

Werk-Standort

Wird von Ihnen genutzt (Büro, Wohnung), bleibt aber Eigentum des Leasinggebers

Laufzeit

24 bis 60 Monate, mit Verlängerungs- oder Buy-out-Option

Kosten

Monatliche Leasingrate, ggf. Schlusszahlung bei Buy-out

Steuerliche Behandlung

Leasingrate je nach Modell als Betriebsausgabe oder Aufwand absetzbar

Risiko bei Wertverfall

Liegt beim Leasinggeber

Welches Modell passt, hängt von Ihrer Ausgangssituation und dem Zweck ab. Im Erstgespräch prüfen wir beide Optionen gegeneinander, oft auch eine Kombination.

Wie ein Kunstdarlehen funktioniert

Ein Kunstdarlehen folgt einer Logik, die vielen Sammlern aus der klassischen Vermögensverwaltung vertraut ist. Drei Punkte sind dabei entscheidend:

Welche Werke sich eignen

Banken und spezialisierte Lender finanzieren nicht jedes Werk. Wichtig sind Marktbreite (gibt es einen liquiden Sekundärmarkt?), nachvollziehbare Provenienz, dokumentierter Zustand und ein Wert, der sich belegbar bestätigen lässt. Werke etablierter Künstler ab einem mittleren sechsstelligen Marktwert sind der häufigste Fall. Uhren, Schmuck und Classic Cars werden ebenfalls beliehen, mit jeweils eigenen Bewertungsmaßstäben.

Beleihungswert vs. Marktwert

Banken beleihen typischerweise 30 bis 50 Prozent des dokumentierten Marktwertes. Der Rest ist Sicherheitsmarge gegen Wertschwankungen. Bei sehr liquiden Werken (Top-Marken, klassische Auktions-Kategorien) sind höhere Quoten möglich, bei Spezialitäten eher niedriger.

Konditionen, Lagerung und Rückzahlung

Zinsen orientieren sich am gehobenen Lombardkredit-Niveau und werden individuell verhandelt. Die Lagerung erfolgt je nach Bank entweder bei Ihnen unter Versicherungsauflagen oder in einem Zollfrei-Lager der Bank. Vorzeitige Rückzahlung ist in der Regel jederzeit möglich, bei einigen Banken mit reduzierter Vorfälligkeitsgebühr.

Wie Kunstleasing funktioniert

Beim Leasing nutzen Sie ein Werk, ohne Volleigentum zu erwerben. Zwei Grundformen sind üblich:

Operating Lease (klassisches Leasing)

Sie zahlen eine monatliche Rate über eine vereinbarte Laufzeit. Am Ende geht das Werk an den Leasinggeber zurück. Häufig im Unternehmenskontext für Office-Art, oder bei privaten Sammlern, die Werke wechseln möchten.

Finance Lease (mit Kaufoption)

Wirtschaftlich ähnlich einer Finanzierung. Sie nutzen das Werk, zahlen Raten, und am Ende der Laufzeit können Sie es zu einem definierten Restwert übernehmen. Steuerlich oft attraktiv, weil die Raten als Aufwand laufen.
In beiden Fällen ist die Frage, was am Ende der Laufzeit geschieht: Rückgabe, Verlängerung, Buy-out oder Tausch. Das wird im Vertrag von Anfang an geregelt, nicht ad hoc.

Welche Objekte und Sammlungs-Klassen geeignet sind

Welche Modelle für genau Ihre Werke offen stehen, hängt am Ende immer vom Lender oder Leasinggeber ab. Mein Beitrag ist, zwischen den richtigen Anbietern auszuwählen und die Konditionen zu verhandeln.

Kunst

Gemälde, Skulpturen,
Antiquitäten und zeitgenössische Kunst

.
Kunst

Luxusuhren

Bewertung und Beratung
beim
Kauf und Verkauf

.
Luxusuhren

Schmuck und Edelsteine

Marktgerechte Schätzung und Verkaufsberatung

Schmuck und Edelsteine

Classic Cars

Historische Fahrzeuge und Sammlerstücke

Classic Cars

Weinsammlungen

Beurteilung Marktwert und Verkaufsberatung

Weinsammlungen

So läuft die Beratung ab

Bei einfachen Mandaten von Erstgespräch bis ausgezahltem Darlehen typischerweise 4 bis 8 Wochen. Komplexere Konstellationen (mehrere Werke, grenzüberschreitend, Holding-Strukturen) entsprechend länger.

Vertrauliches Erstgespräch

Wir klären Ihre Ausgangssituation, das Ziel der Liquidität (oder der Nutzung) und ob Darlehen, Leasing oder eine Kombination der bessere Weg ist. Kostenfrei, unverbindlich.

➝ 30 bis 45 Min.

Werkprüfung und Wertgutachten

Sichtung der Werke, dokumentierte Bewertung. Bei Werken mit aktuellem Gutachten verkürzt sich der Schritt.

➝ 1 bis 4 Wochen

Lender- oder Leasinggeber-Auswahl

Ich identifiziere die für Ihr Werk und Ihre Konditionen passenden Banken oder Leasing-Häuser, hole Angebote ein und vergleiche.

➝ 1 bis 3 Wochen

Verhandlung und Vertrag

Konditionen, Laufzeit, Sicherheiten, Kündigung, Buy-out. Ich verhandle in Ihrem Auftrag, nicht für die Gegenseite.

➝ 1 bis 4 Wochen

Umsetzung und Begleitung

Lagerung, Versicherungs-Anpassung, Dokumentation, gegebenenfalls jährliche Wertfortschreibung über die Laufzeit.

➝ Betreuung: fortlaufend

Für wen sind Kunstdarlehen oder -leasing geeignet

  • Privatsammler mit signifikantem Sammlungsvermögen, die Liquidität für andere Investitionen oder Lebenssituationen brauchen, ohne sich von einem Werk zu trennen.
  • Family Offices und Multi-Family Offices, die Kunst als Sicherheit in der Asset-Allokation strukturieren wollen.
  • Unternehmen, die hochwertige Kunst zeigen möchten, ohne Eigentum in der Bilanz aufzubauen, oder die ein bestehendes Kunst-Inventar in eine Leasing-Struktur überführen wollen.
  • Banken und Privatbanken, die einen externen, unabhängigen Bewerter für Kunstsicherheiten ihrer Kunden brauchen.
  • Anwälte und Treuhänder in Mandaten, in denen Liquidität ohne Verkauf eine bessere Lösung ist als ein Notverkauf.

Warum Mandanten mit mir arbeiten

  • Über 30 Jahre Markterfahrung im Kunst- und Luxusgüter-Geschäft.
  • Ehemaliger Leiter der Niederlassung Sotheby’s Zürich.
  • Akkreditierter Berater der Banken LGT, Julius Bär, J. Safra Sarasin und Goldman Sachs. Wertgutachten und Strukturierungs-Empfehlungen werden von Steuerbehörden, Versicherern und Finanzinstituten anerkannt.
  • Anbieterunabhängig. Ich vertrete keine Bank, kein Leasing-Haus, keine Galerie. Mein Honorar kommt ausschließlich von Ihnen, nicht von der Gegenseite.
  • Direkter Zugang zu spezialisierten Privatbanken und Lendern, die Kunstsicherheiten überhaupt akzeptieren. In der Schweiz ist dieser Kreis klein und für Außenstehende schwer einzuschätzen.
  • Mehrsprachig. Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch.
  • Diskretion als Standard, nicht als Versprechen. Mandate werden nicht referenziert, Werke nicht gezeigt, Mandanten nicht genannt.

Häufige Fragen

Wie viel kann ich für ein Werk bekommen?

In der Regel 30 bis 50 Prozent des dokumentierten Marktwertes. Bei sehr liquiden Werken (klassische Marken-Uhren, etablierte Künstler in Top-Form) gelegentlich mehr. Bei Spezialitäten oder Werken mit wenig Markttransparenz tendenziell weniger. Für eine konkrete Einschätzung brauche ich entweder ein aktuelles Wertgutachten oder ich erstelle eines vorab.

Bleibt das Werk in meinem Besitz?

Bei einem Kunstdarlehen ja. Sie sind weiterhin Eigentümer, das Werk dient nur als Sicherheit. Beim Leasing ist der Leasinggeber Eigentümer, Sie haben das Nutzungsrecht. Diese Unterscheidung ist auch steuerlich relevant.

Was passiert, wenn der Marktwert während der Laufzeit fällt?

Bei einem Darlehen kann die Bank Nachschuss verlangen, wenn die Beleihungsquote überschritten wird. Genau deshalb wird konservativ beliehen. Im Vertrag ist genau geregelt, wie und ab wann Anpassungen erfolgen. Bei einem Leasing-Modell trägt das Wertänderungs-Risiko der Leasinggeber.

Wo wird das Werk während der Laufzeit gelagert?

Je nach Bank und Werk. Manche Banken erlauben die Lagerung beim Eigentümer unter Auflagen (Versicherung, Sicherung, jährliche Inspektion). Andere verlangen eine Lagerung in einem zugelassenen Zollfrei-Lager. Beim Leasing nutzen Sie das Werk üblicherweise selbst.

Was kostet ein Kunstdarlehen?

Drei Kostenblöcke: Zinsen (orientiert am gehobenen Lombard-Niveau, individuell verhandelt), einmalige Kosten (Wertgutachten, Vertragsgestaltung, ggf. Notar) und laufende Kosten (Versicherung, Lagerung). Im Erstgespräch nenne ich Ihnen einen Rahmen, sobald Werk und Volumen klar sind.

Was passiert bei Zahlungsausfall?

Bei einem Darlehen kann die Bank das Werk verwerten. Genau deshalb ist die konservative Beleihungsquote wichtig: Sie schützt beide Seiten. Vor jedem Vertrag prüfen wir gemeinsam, ob die Rückzahlung realistisch tragbar ist.

Werden Kunstdarlehen steuerlich anerkannt?

Zinsen aus einem Darlehen sind in den meisten Schweizer Kantonen (sowie in Deutschland und Österreich) als Schuldzinsen abzugsfähig. Die genaue Behandlung hängt von Ihrer Wohnsitz-Jurisdiktion und der Verwendung des Kapitals ab. Wir koordinieren dazu mit Ihrem Steuerberater.

Bereit für ein Gespräch?

Wenn Sie Liquidität aus Ihrer Sammlung benötigen oder ein Leasing-Modell für Werke prüfen möchten, schreiben oder rufen Sie an. Das Erstgespräch ist vertraulich, unverbindlich und kostenfrei.

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Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Kunst- und Luxusgüterbranche biete ich diskrete, unabhängige und marktgerechte Bewertungen für Privatkunden, Unternehmen und Institutionen an.

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