Thomas Reinshagen
Kunstdarlehen und Kunstleasing
Liquidität aus der Sammlung, ohne sie zu verkaufen. Anbieterunabhängig und diskret, in Zürich.
«Liquidität entsteht aus Struktur, nicht aus Verkauf. Wer strukturiert, behält die Substanz und gewinnt Spielraum.»
Wann ein Kunstdarlehen oder Kunstleasing wirklich Sinn ergibt
Beide Modelle lösen unterschiedliche Probleme. Sinnvoll werden sie meistens in einer dieser Situationen:
- Sie brauchen Liquidität, ohne ein Werk zu verkaufen. Klassischer Fall für ein Kunstdarlehen: Die Sammlung dient als Sicherheit, Sie bekommen Kapital für eine Investition, eine Steuerzahlung oder eine andere Vermögensentscheidung. Das Werk bleibt in Ihrem Eigentum.
- Ein Marktzyklus passt gerade nicht. Verkaufen würde im aktuellen Marktumfeld Wert vernichten. Ein Darlehen überbrückt diese Phase; das Werk wird später zu einem besseren Zeitpunkt veräussert – oder behalten.
- Sie wollen Kapital arbeiten lassen, nicht abziehen. Andere Vermögensteile brauchen Investitionskapital. Statt die Sammlung aufzulösen, lassen Sie sie arbeiten.
- Ein Unternehmen will Kunst zeigen, ohne sie zu besitzen. Klassischer Fall für Kunstleasing: Büros, Empfangsbereiche, Repräsentationsräume. Werke werden für eine definierte Laufzeit gemietet, am Ende zurückgegeben, gewechselt oder gekauft.
- Bilanzielle oder steuerliche Strukturierung. Ein Leasingmodell wird gegenüber einem Erwerb bevorzugt, wenn die steuerliche oder bilanzielle Behandlung das nahelegt. Hier arbeiten wir eng mit Ihrem Steuerberater oder Treuhänder zusammen.
- Sammlungsrotation für private Sammler. Manche Sammler wollen Werke regelmässig wechseln, ohne immer zu kaufen. Leasing erlaubt das, mit klar geregelten Wechseloptionen.
Was Kunstdarlehen und Kunstleasing voneinander unterscheidet
Die beiden Modelle werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber unterschiedliche Werkzeuge mit unterschiedlichen Konsequenzen.
Aspekt
Kunstdarlehen (Art Lending)
Kunstleasing
Eigentum
Bleibt bei Ihnen. Das Werk dient nur als Sicherheit
Liegt beim Leasinggeber. Sie nutzen das Werk gegen eine monatliche Rate
Zweck
Liquiditätsbeschaffung
Nutzung ohne Kaufverpflichtung
Standort des Werks
Bleibt bei Ihnen oder in einem Zollfreilager (je nach Bank)
Wird von Ihnen genutzt (Büro, Wohnung), bleibt aber Eigentum des Leasinggebers
Laufzeit
Üblich 12 Monate bis 5 Jahre, verlängerbar
24 bis 60 Monate, mit Verlängerungs- oder Buy-out-Option
Kosten
Zinsen auf den Darlehensbetrag, Bewertungsgebühren, Lagerkosten
Monatliche Leasingrate, ggf. Schlusszahlung bei Buy-out
Steuerliche Behandlung
Zinsen typischerweise abzugsfähig, Steuerwert des Werkes bleibt bei Ihnen
Leasingrate je nach Modell als Betriebsausgabe oder Aufwand absetzbar
Risiko bei Wertverfall
Liegt bei Ihnen (Werk gehört Ihnen). Bank verlangt ggf. Nachschuss.
Liegt beim Leasinggeber
Aspekt
Kunstdarlehen (Art Lending)
Eigentum
Bleibt bei Ihnen. Das Werk dient nur als Sicherheit
Zweck
Liquiditätsbeschaffung
Standort des Werks
Bleibt bei Ihnen oder in einem Zollfreilager (je nach Bank)
Laufzeit
Üblich 12 Monate bis 5 Jahre, verlängerbar
Kosten
Zinsen auf den Darlehensbetrag, Bewertungsgebühren, Lagerkosten
Steuerliche Behandlung
Zinsen typischerweise abzugsfähig, Steuerwert des Werkes bleibt bei Ihnen
Risiko bei Wertverfall
Liegt bei Ihnen (Werk gehört Ihnen). Bank verlangt ggf. Nachschuss.
Aspekt
Kunstleasing
Eigentum
Liegt beim Leasinggeber. Sie nutzen das Werk gegen eine monatliche Rate
Zweck
Nutzung ohne Kaufverpflichtung
Standort des Werks
Wird von Ihnen genutzt (Büro, Wohnung), bleibt aber Eigentum des Leasinggebers
Laufzeit
24 bis 60 Monate, mit Verlängerungs- oder Buy-out-Option
Kosten
Monatliche Leasingrate, ggf. Schlusszahlung bei Buy-out
Steuerliche Behandlung
Leasingrate je nach Modell als Betriebsausgabe oder Aufwand absetzbar
Risiko bei Wertverfall
Liegt beim Leasinggeber
Welches Modell passt, hängt von Ihrer Ausgangssituation und dem Zweck ab. Im Erstgespräch wägen wir beide Optionen gegeneinander ab – oft ist eine Kombination die Antwort.
Wie ein Kunstdarlehen funktioniert
Ein Kunstdarlehen folgt einer Logik, die vielen Sammlern aus der klassischen Vermögensverwaltung vertraut ist. Drei Punkte sind dabei entscheidend:
Welche Werke sich eignen
Banken und spezialisierte Kreditgeber finanzieren nicht jedes Werk. Wichtig sind Marktbreite (gibt es einen liquiden Sekundärmarkt?), nachvollziehbare Provenienz, dokumentierter Zustand und ein Wert, der sich belegbar bestätigen lässt. Werke etablierter Künstler ab einem mittleren sechsstelligen Marktwert sind der häufigste Fall. Uhren, Schmuck und Classic Cars werden ebenfalls beliehen, mit jeweils eigenen Bewertungsmassstäben.
Beleihungswert vs. Marktwert
Banken beleihen typischerweise 30 bis 50 Prozent des dokumentierten Marktwertes. Der Rest ist Sicherheitsmarge gegen Wertschwankungen. Bei sehr liquiden Werken (Top-Marken, klassische Auktionskategorien) sind höhere Quoten möglich, bei Spezialitäten eher niedriger.
Konditionen, Lagerung und Rückzahlung
Zinsen orientieren sich am gehobenen Lombardkredit-Niveau und werden individuell verhandelt. Die Lagerung erfolgt je nach Bank entweder bei Ihnen unter Versicherungsauflagen oder in einem Zollfreilager der Bank. Vorzeitige Rückzahlung ist in der Regel jederzeit möglich, bei einigen Banken mit reduzierter Vorfälligkeitsgebühr.
Wie Kunstleasing funktioniert
Beim Leasing nutzen Sie ein Werk, ohne Volleigentum zu erwerben. Zwei Grundformen sind üblich:
Operating Lease (klassisches Leasing)
Sie zahlen eine monatliche Rate über eine vereinbarte Laufzeit. Am Ende geht das Werk an den Leasinggeber zurück. Häufig im Unternehmenskontext für Kunst in Büroräumen, oder bei privaten Sammlern, die Werke wechseln möchten.
Finance Lease (mit Kaufoption)
Wirtschaftlich ähnlich einer Finanzierung. Sie nutzen das Werk, zahlen Raten, und am Ende der Laufzeit können Sie es zu einem definierten Restwert übernehmen. Steuerlich oft attraktiv, weil die Raten als Aufwand laufen.
In beiden Fällen ist die Frage, was am Ende der Laufzeit geschieht: Rückgabe, Verlängerung, Buy-out oder Tausch. Das wird im Vertrag von Anfang an geregelt, nicht ad hoc.
Welche Objekte und Sammlungsklassen geeignet sind
Welche Modelle für genau Ihre Werke offenstehen, hängt am Ende immer vom Kreditgeber oder Leasinggeber ab. Meine Aufgabe ist es, die richtigen Anbieter auszuwählen und die Konditionen zu verhandeln.
Kunst
Gemälde, Skulpturen,
Antiquitäten und zeitgenössische Kunst
.
Kunst
Luxusuhren
Bewertung und Beratung
beim
Kauf und Verkauf
.
Luxusuhren
Schmuck und Edelsteine
Designer- und Couture-Schmuck, signierte Stücke, einzelne Steine
Schmuck und Edelsteine
Classic Cars
Historische Fahrzeuge und Sammlerstücke
Classic Cars
Weinsammlungen
Premium-Weine, En-primeur-Bestände, private Sammlungen
Weinsammlungen
So läuft die Beratung ab
Bei einfachen Mandaten vergehen vom Erstgespräch bis zur Auszahlung des Darlehens typischerweise 4 bis 8 Wochen. Komplexere Konstellationen (mehrere Werke, grenzüberschreitend, Holdingstrukturen) entsprechend länger.
Vertrauliches Erstgespräch
Wir klären Ihre Ausgangssituation, das Ziel der Liquidität (oder der Nutzung) und ob Darlehen, Leasing oder eine Kombination der bessere Weg ist. Kostenfrei, unverbindlich.
➝ 30 bis 45 Min.
Werkprüfung und Wertgutachten
Sichtung der Werke, dokumentierte Bewertung. Bei Werken mit aktuellem Gutachten verkürzt sich der Schritt.
➝ 1 bis 4 Wochen
Auswahl von Kreditgeber oder Leasinggeber
Ich identifiziere die für Ihr Werk und Ihre Konditionen passenden Banken oder Leasinghäuser, hole Angebote ein und vergleiche sie.
➝ 1 bis 3 Wochen
Verhandlung und Vertrag
Konditionen, Laufzeit, Sicherheiten, Kündigung, Buy-out. Ich verhandle in Ihrem Auftrag, nicht für die Gegenseite.
➝ 1 bis 4 Wochen
Umsetzung und Begleitung
Lagerung, Versicherungsanpassung, Dokumentation, gegebenenfalls jährliche Wertfortschreibung über die Laufzeit.
➝ fortlaufend
Für wen sich Kunstdarlehen oder Kunstleasing eignen
- Privatsammler mit signifikantem Sammlungsvermögen, die Liquidität für andere Investitionen oder persönliche Vorhaben brauchen, ohne sich von einem Werk zu trennen.
- Family Offices und Multi-Family Offices, die Kunst als Sicherheit in der Vermögensallokation strukturieren wollen.
- Unternehmen, die hochwertige Kunst zeigen möchten, ohne sie in der Bilanz zu führen, oder die ein bestehendes Kunstinventar in eine Leasingstruktur überführen wollen.
- Banken und Privatbanken, die einen externen, unabhängigen Bewerter für Kunstsicherheiten ihrer Kunden brauchen.
- Anwälte und Treuhänder in Mandaten, in denen Liquidität ohne Verkauf eine bessere Lösung ist als ein Notverkauf.
Warum Mandanten mit mir arbeiten
- Über 30 Jahre Markterfahrung im Kunst- und Luxusgütergeschäft.
- Ehemaliger Senior Director bei Sotheby’s Zürich.
- Akkreditierter Berater bei renommierten Schweizer Privatbanken. Wertgutachten und Strukturierungsempfehlungen werden von Steuerbehörden, Versicherern und Finanzinstituten anerkannt.
- Anbieterunabhängig. Ich vertrete keine Bank, kein Leasinghaus, keine Galerie. Mein Honorar kommt ausschliesslich von Ihnen, nicht von der Gegenseite.
- Direkter Zugang zu spezialisierten Privatbanken und Kreditgebern, die Kunstsicherheiten überhaupt akzeptieren. In der Schweiz ist dieser Kreis klein und für Aussenstehende schwer einzuschätzen.
- Mehrsprachig. Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch.
- Diskretion als Standard, nicht als Versprechen. Mandate werden nie als Referenz genannt, Werke nicht gezeigt, Mandanten nicht genannt.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich für ein Werk bekommen?
In der Regel 30 bis 50 Prozent des dokumentierten Marktwertes. Bei sehr liquiden Werken (klassische Markenuhren, etablierte Künstler mit starkem Markt) gelegentlich mehr. Bei Spezialitäten oder Werken mit wenig Markttransparenz tendenziell weniger. Für eine konkrete Einschätzung brauche ich entweder ein aktuelles Wertgutachten oder ich erstelle eines vorab.
Bleibt das Werk in meinem Eigentum?
Bei einem Kunstdarlehen ja. Sie sind weiterhin Eigentümer, das Werk dient nur als Sicherheit. Beim Leasing ist der Leasinggeber Eigentümer, Sie haben das Nutzungsrecht. Diese Unterscheidung ist auch steuerlich relevant.
Was passiert, wenn der Marktwert während der Laufzeit fällt?
Bei einem Darlehen kann die Bank Nachschuss verlangen, wenn die Beleihungsquote überschritten wird. Genau deshalb wird konservativ beliehen. Im Vertrag ist genau geregelt, wie und ab wann Anpassungen erfolgen. Bei einem Leasingmodell trägt der Leasinggeber das Risiko einer Wertänderung.
Wo wird das Werk während der Laufzeit gelagert?
Das hängt von Bank und Werk ab. Manche Banken erlauben die Lagerung beim Eigentümer unter Auflagen (Versicherung, Sicherung, jährliche Inspektion). Andere verlangen eine Lagerung in einem zugelassenen Zollfreilager. Beim Leasing nutzen Sie das Werk üblicherweise selbst.
Was kostet ein Kunstdarlehen?
Drei Kostenblöcke: Zinsen (orientiert am gehobenen Lombardniveau, individuell verhandelt), einmalige Kosten (Wertgutachten, Vertragsgestaltung, ggf. Notar) und laufende Kosten (Versicherung, Lagerung). Im Erstgespräch nenne ich Ihnen einen Rahmen, sobald Werk und Volumen klar sind.
Was passiert bei Zahlungsausfall?
Bei einem Darlehen kann die Bank das Werk verwerten. Genau deshalb ist die konservative Beleihungsquote wichtig: Sie schützt beide Seiten. Vor jedem Vertrag prüfen wir gemeinsam, ob die Rückzahlung realistisch tragbar ist.
Werden Kunstdarlehen steuerlich anerkannt?
Zinsen aus einem Darlehen sind in den meisten Schweizer Kantonen (sowie in Deutschland und Österreich) als Schuldzinsen abzugsfähig. Die genaue Behandlung hängt von Ihrem Wohnsitzstaat und der Verwendung des Kapitals ab. Wir koordinieren dazu mit Ihrem Steuerberater.
Bereit für ein Gespräch?
Wenn Sie Liquidität aus Ihrer Sammlung benötigen oder ein Leasingmodell für Werke prüfen möchten, schreiben oder rufen Sie an. Das Erstgespräch ist vertraulich, unverbindlich und kostenfrei.
Direkt erreichbar:
+41 79 293 46 85 oder reinshagen@thomasreinshagen.com
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Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Kunst- und Luxusgüterbranche biete ich diskrete, unabhängige und marktgerechte Bewertungen für Privatkunden, Unternehmen und Institutionen an.
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